Mit Trulli Tropf erfahren, wo das Trinkwasser herkommt
04.04.2025

Mit Trulli Tropf erfahren, wo das Trinkwasser herkommt
Geisenheim. (sf) „Guck mal, hier ist Trulli Tropf unterwegs zum Wasserhahn und durch dieses große Rohr hier fließt das ganze Wasser nach Geisenheim!“, erklärten die beiden sechsjährigen Freunde Felix und Benedikt einigen Gästen des Tages der offenen Tür im frisch sanierten Hochbehälter am Holzweg. Eigentlich hatte ja das Team der Stadtwerke mit den beiden Geisenheimer Wassermeistern Tim Wallenstein und Lars Baumann an der Spitze anlässlich des Weltwassertags am 22. März in den Hochbehälter eingeladen und stand den rund 200 interessierten Gästen den ganzen Tag für umfassende Informationen zum kostbaren Gut Trinkwasser bereit. Felix und Benedikt aber hatten selbst schon so gut bei der Führung mit dem Wassermeister aufgepasst und waren so begeistert, dass sie kurzerhand auch einige „Führungen“ übernahmen. Vom Team der Stadtwerke gab es dafür viel Lob, denn die beiden Jungs waren wirklich versiert, was den Weg des Geisenheimer Trinkwassers anging.

Seit vielen Jahren schon veranstaltet die Stadt Geisenheim jedes Jahr am Wassertag am 22. März verschiedene Aktionen und Vorträge wie Aufklärung mit der Comicfigur „Trulli Tropf“ in Kitas und Schulen. „Dieser Tag soll uns wenigstens einmal im Jahr daran erinnern, wie wichtig sauberes Wasser für unser Leben ist und warum wir gut darauf aufpassen und zum Schutz dieser kostbaren Ressource beitragen müssen“, hatten die Wassermeister, die kaufmännische Betriebsleiterin Alexandra Büger und der technische Leiter der Geisenheimer Stadtwerke, Jochen Quasten, gemeinsam mit Bürgermeister Christian Aßmann vor Ort am Hochbehälter erklärt. Man wolle das immer wichtiger werdende Thema „Wasser“ mit der Veranstaltung am Hochbehälter zum Weltwassertag in den Mittelpunkt stellen. Außerdem wollte man den neu sanierten und erweiterten Hochbehälter jetzt auch erstmals der Öffentlichkeit vorstellen. Schon 2021 war der Hochbehälter für 1,7 Millionen Euro saniert und um eine dritte Wasserkammer erweitert worden. Eigentlich hatte man schon damals, unmittelbar nach der Fertigstellung, die Öffentlichkeit einladen wollen, es wegen der Corona-Pandemie aber nicht verwirklichen können. Umso größer war die Freude, dass jetzt zum Weltwassertag über 200 Besucher die Einladung angenommen hatten, sich vor Ort über die Sanierung und Erweiterung zu informieren.

„Um eine reibungslose Trinkwasserversorgung dauerhaft sicherzustellen, sind immer größere Bemühungen und erhebliche Investitionen nötig. Die Sanierung des Hochbehälters von Geisenheim ist ein solches Beispiel, bei dem es nicht nur um die bauliche Sanierung eines vorhandenen Speicherbauwerkes ging, sondern auch darum, die Speicherkapazität zu vergrößern und auf den Stand der Technik und die notwendigen klimatischen Veränderungen anzupassen. Die Stadtwerke Geisenheim haben in dieses Projekt in den vergangenen fünf Jahren die Summe von 1,7 Millionen Euro investiert. Eine in die Zukunft ausgerichtete Investition, die dazu führen wird, die Sicherstellung und Verbesserung der Trinkwasserversorgung in Geisenheim dauerhaft zu erhalten“, erklärte das Team der Stadtwerke. Bis Ende 2020 wurde die Trinkwasserversorgung von Geisenheim über einen in den 1930er Jahren am Holzweg errichteten Rechteckbehälter mit einem Speichervolumen von 400 Kubikmetern und einem zusätzlichen Behälter, der 1965 am gleichen Standort errichtet wurde, mit zwei Rundbecken mit einem Speichervolumen von weiteren 1.200 Kubikmetern sichergestellt. Da der alte Behälter in die Jahre gekommen war und es offensichtlich wurde, dass die vorhandene Speicherkapazität der beiden Behälter in der Zukunft nicht mehr ausreichen würde, entschied man sich auf der Grundlage technischer Überprüfungen und Bauzustandsanalysen, den alten Behälter aufzugeben und den neueren Behälter um eine weitere, größere Wasserkammer zu ergänzen und die bestehenden Wasserkammern und das restliche Gebäude zu ertüchtigen. Der rundum sanierte Trinkwasserhochbehälter besteht heute aus drei erdüberdeckten Rundbecken, in denen insgesamt statt bisher 1.600 nun 2.000 Kubikmeter Trinkwasser gespeichert werden können. Die Wasserbecken sind mit langlebigen Polyethylenplatten ausgekleidet, die den hohen Ansprüchen an die Trinkwasserhygiene gerecht werden. Im Eingangsbereich, der auch als Bedienhaus bezeichnet wird, ist die technische Ausrüstung untergebracht. Schaltanlagen der neuesten Generation steuern hier die Prozesse. Durch seine Höhenlage versorgt der Hochbehälter die gesamte Talstadt von Geisenheim in freiem Gefälle mit Trinkwasser.

Mit dem neuen extensiv begrünten Dach über dem Bedienhaus, einer artenreichen Wiesenanpflanzung auf den Wasserkammern und den angrenzenden Freiflächen, mit einer Benjeshecke, Steinhaufen und Insektenhotel wurde auch der ökologischen Standortsituation Rechnung getragen, die sich mit den Jahren zu einem besonderen Rückzugsort für Tiere entwickelt hat und auch zahlreiche seltene Pflanzen beheimatet.
Besonders interessant fanden die Besucher aber auch die Ausführungen der Wassermeister, wie die genaue Trinkwasserversorgung in dem Hochbehälter vor sich geht. Tatsächlich speisen in jeder Wasserkammer über mehrere Rohre verschiedene Brunnen der Stadt Geisenheim und das aus dem Ried stammende Wasser durch den Wasserbeschaffungsverband die Trinkwasserbehälter, die mit bis zu 2500 Kubikmetern Trinkwasser 13.000 Verbraucher versorgen. Der Hochbehälter stellt den konstanten Versorgungsdruck durch die Höhenlage des freien Wasserspiegels bereit und sorgt beim schwankenden täglichen Wasserbedarf zwischen Spitzenabgabe und Nachtverbrauch für den Ausgleich. Gleichzeitig speichert er Trinkwasser und Löschwasser für jeweils bis zu zwei Tagen.

Ein Bericht von Sabine FLadung vom 04.04.2025.
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